Das Wichtigste in Kürze
- Die Kosten eines Sicherheitsdienstes hängen vor allem von Einsatzdauer, Tageszeit und Wochentag, Anzahl Personen und den Anforderungen an das Personal ab.
- Ein Revierdienst, der mehrere Objekte anfährt, ist in der Regel günstiger als eine feste Wache vor Ort.
- Die Kombination mit Sicherheitstechnik kann Personalstunden reduzieren.
- Für die private Sicherheitsbranche gilt ein vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärter Gesamtarbeitsvertrag mit Mindestlöhnen — er setzt eine Untergrenze für die Lohnkosten.
- Vergleichen Sie Offerten nach Leistungsumfang, nicht nur nach Preis, und hinterfragen Sie auffällig tiefe Angebote.
Warum es keinen Pauschalpreis gibt
Ein Sicherheitsdienst verkauft vor allem Arbeitszeit von qualifiziertem Personal, dazu Planung, Einsatzleitung, Fahrzeuge, Ausrüstung, Versicherung und Erreichbarkeit. Wie viel davon ein Auftrag braucht, unterscheidet sich stark: Ein einzelner Schliessdienst am Abend ist etwas völlig anderes als eine Bewachung rund um die Uhr über mehrere Monate.
Seriöse Anbieter offerieren deshalb erst, wenn sie Objekt, Risiken und Zeiten kennen. Pauschale Preisangaben ohne Kenntnis der Situation sind wenig aussagekräftig.
Die wichtigsten Kostenfaktoren
Diese Faktoren beeinflussen den Preis eines Sicherheitsdienstes am stärksten:
- Einsatzdauer und Umfang: Wie viele Stunden pro Tag, an wie vielen Tagen, über welchen Zeitraum? Längerfristige Aufträge lassen sich meist effizienter planen als kurze Einzeleinsätze.
- Tageszeit, Wochenende und Feiertage: Einsätze in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen sind in der Regel teurer als Einsätze werktags tagsüber.
- Anzahl Personen: Manche Aufgaben erfordern aus Sicherheitsgründen zwei Personen, etwa Interventionen in der Nacht oder Posten an mehreren Eingängen.
- Qualifikation und Anforderungen: Sprachkenntnisse, Erfahrung im Personenschutz, Auftritt im Business-Umfeld oder besondere Instruktionen wirken sich auf den Preis aus.
- Revier oder Standwache: Beim Revierdienst teilen sich mehrere Kunden die Fahrzeit, bei einer festen Wache im Objektschutz ist die Person ausschliesslich für Sie da.
- Kombination mit Technik: Alarmanlagen und Videoüberwachung erkennen Ereignisse rund um die Uhr; Personal wird dann gezielter eingesetzt.
- Vorlaufzeit: Sehr kurzfristige Einsätze erfordern mehr Planungsaufwand als Aufträge mit genügend Vorlauf.
Mindestlöhne: der GAV für private Sicherheitsdienstleistungen
Für die private Sicherheitsbranche besteht ein Gesamtarbeitsvertrag, den der Bundesrat für allgemeinverbindlich erklärt hat. Er gilt für Betriebe, die private Sicherheitsdienstleistungen erbringen und insgesamt mindestens zehn Arbeitnehmende beschäftigen, und legt unter anderem Mindestlöhne fest. Der aktuelle Bundesratsbeschluss sieht für Basel-Stadt und Basel-Landschaft eigene Ansätze für stundenweise beschäftigtes Personal vor (Übersicht beim SECO).
Zum Lohn kommen Sozialversicherungsbeiträge, Ferien- und Feiertagsentschädigungen, Ausbildung, Einsatzleitung, Ausrüstung, Fahrzeuge, Versicherungen und Administration. Ein Stundenpreis, der kaum über dem Mindestlohn liegt, kann diese Kosten nicht decken — das ist ein wichtiger Anhaltspunkt bei der Beurteilung von Offerten.
So vergleichen Sie Offerten richtig
Offerten verschiedener Anbieter sind nur vergleichbar, wenn sie dieselbe Leistung beschreiben. Prüfen Sie insbesondere:
- Sind Einsatzzeiten, Anzahl Personen und Aufgaben klar beschrieben?
- Sind Zuschläge für Nacht, Wochenende und Feiertage ausgewiesen oder bereits enthalten?
- Was kostet eine Alarmintervention, und ist sie im Preis enthalten?
- Sind Rapportierung, Einsatzleitung und Erreichbarkeit ausserhalb der Bürozeiten inbegriffen?
- Wie lange ist die Vertragsdauer, und welche Kündigungsfristen gelten?
- Verfügt der Anbieter über die nötige kantonale Bewilligung?
Warum sehr günstige Angebote riskant sind
Auffällig tiefe Preise lassen sich in einer lohnintensiven Branche nur auf wenige Arten erreichen: tiefere Löhne, weniger Ausbildung, fehlende Einsatzleitung, knappe Versicherungsdeckung oder Leistungen, die in der Praxis nicht wie offeriert erbracht werden. Im Ernstfall tragen Sie als Auftraggeber die Folgen — etwa wenn bei einem Alarm niemand erreichbar ist oder Personal ohne Instruktion vor Ort steht.
Fragen Sie deshalb nach, wie ein Anbieter seinen Preis erreicht, und lassen Sie sich Leistungen schriftlich bestätigen. Weitere Prüfpunkte finden Sie in unserer Checkliste zur Wahl eines Sicherheitsdienstes.
So kommen Sie zu einer belastbaren Offerte
Je genauer Ihre Angaben, desto präziser die Offerte. Hilfreich sind Adresse und Art des Objekts, gewünschte Einsatzzeiten, bisherige Vorfälle, vorhandene Sicherheitstechnik und Ihre Erwartungen an Auftritt und Rapportierung. Wingsecurity offeriert nach einer Bedarfsanalyse und, wo sinnvoll, einer Begehung vor Ort. Auf Anfragen antworten wir innerhalb eines Arbeitstages.